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Der Stand der KI in Marokko

MoroccoAI Ecosystem

Marokko taucht in der Regel nicht auf, wenn darüber gesprochen wird, woher KI-Talente kommen. Diese Debatte dreht sich meist um die USA, zunehmend China, und innerhalb Europas um die üblichen Hauptstädte. Historisch nachvollziehbar. Aber zu Hause baut sich still und leise echte Infrastruktur auf, und das verdient es, benannt zu werden, statt als vage Geste in Richtung „Schwellenländer" abgetan zu werden.

Die UM6P in Ben Guerir betreibt AI Movement, das UNESCO-Referenzzentrum für KI auf dem Kontinent. An der ENSIAS, einer der wichtigsten Ingenieurschulen des Landes, betreiben Studierende ihren eigenen KI-Club und eigene Projekte. Seit diesem Jahr gibt es sogar eine landesweite Initiative, „AI Made in Morocco", die ein Netzwerk aus KI-Exzellenzzentren aufbaut. Das ist keine Handvoll Leute in einer Gruppenchat-Nachricht. Das ist ein Fundament, das sich seit Jahren still aufbaut.

Das bedeutet nicht, dass Marokko in irgendeinem abgeschlossenen Sinne „angekommen" ist. Es bedeutet, dass das Rohmaterial — Studierende, Schulen, Infrastruktur — vorhanden ist, während die internationale Debatte weiterhin woandershin geblickt hat.

Aus meiner Perspektive — Marokkaner, teils in Deutschland ausgebildet, tätig in München — ist die interessante Frage nicht, ob Marokko KI-Talent hat. Das hat es offensichtlich. Die interessante Frage ist, ob sich die Verbindung zwischen diesem Talent und den Ressourcen — Rechenleistung, Finanzierung, die eigentliche Forschungsfront — verkürzt. Mein eigener Weg, von Casablanca über die TUM zu BCG Platinion, ist ein Datenpunkt. Ich finde nicht, dass dieser Weg so selten sein sollte, wie er es derzeit ist.

Mohamed Nejjar , M.Sc.-Student der Informatik (ML) an der TUM und Werkstudent bei BCG Platinion. Publizierter Forscher, 200+ Zitationen in der LLM-Forschung.

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