Technical University of Munich × SAP
KI-Forschung / Multi-Agenten-Systeme · 2026
Mycellium: Orchestratorfreies Multi-Agenten-Schwarmsystem
Verantwortete Product Ownership und Architektur für ein neuartiges orchestratorfreies Multi-Agenten-System, entwickelt im Rahmen des TUM × SAP Praxiskurses.
Kontext
Ausgangspunkt und Rahmenbedingungen
Viele Multi-Agenten-Systeme setzen auf zentrale Orchestratoren, die zu Engpässen und Single Points of Failure werden können. Dieses Projekt untersucht einen emergenten Koordinationsansatz, bei dem sich Agenten über gemeinsamen Zustand und lokale Entscheidungsregeln selbst organisieren.
Herausforderung
Zentrale Einschränkung, die es zu lösen galt
Entwurf eines robusten orchestratorfreien Systems, in dem Agenten koordinieren, Aufgaben selbst auswählen und ohne zentrale Steuerung zu verlässlichen Ergebnissen gelangen — verständlich sowohl für technische als auch für fachfremde Stakeholder.
Lösung
Konzeptions- und Umsetzungsansatz
Entwarf die gesamte Systemarchitektur und leitete ein sechsköpfiges Team durch Recherche, Implementierung und Stakeholder-Demos. Das System kombiniert fähigkeits- und vertrauensgewichtetes Bidding, ein nur erweiterbares Blackboard sowie Konsens, der dadurch entsteht, dass Agenten sich gegenseitig zitieren und aufeinander aufbauen. Definierte Agenten-Vertragsstrukturen, Tool-Schnittstellen und Interaktionsprotokolle und entwickelte eine visuelle Canvas-Oberfläche zur Konfiguration von Netzwerken und zum schrittweisen Replay von Schwarmläufen.
Ergebnis
Messbare Wirkung und erzieltes Ergebnis
Lieferte eine funktionsfähige orchestratorfreie Multi-Agenten-Plattform mit interaktivem Simulationswerkzeug und präsentierte den Ansatz im Rahmen des TUM-Praxiskurses vor Industriepartnern von SAP.
Systemarchitektur
Wie der Schwarm einen Konsens erreicht.
Für Details einen Knoten mit der Maus überfahren oder fokussieren.
Der Plan
Es gibt keinen zentralen Manager. Ein schlanker Market Maker liest die Anfrage und macht daraus einen Plan, entscheidet aber nie, wer die Arbeit übernimmt oder was richtig ist.
Die Auktion
Spezialisierte Agenten werden eingeladen, auf den Plan zu bieten. Jeder beurteilt selbst, wie gut er passt, und entscheidet sich dafür oder dagegen. Niemandem wird Arbeit gegen seinen Willen zugewiesen.
Das Board
Erfolgreiche Agenten veröffentlichen ihre Erkenntnisse auf einem gemeinsamen Board und zitieren die Arbeit der anderen. Eine Idee wird erst dann zur bestätigten Erkenntnis, wenn genügend andere Agenten sie unabhängig voneinander stützen.
Die Antwort
Ein Agent entwirft aus den bestätigten Erkenntnissen eine finale Antwort, doch auch dieser Entwurf gilt nur, wenn der restliche Schwarm ihm per Abstimmung zustimmt.
Orchestriert vs. orchestratorfrei
| Fehlermodus | Eine schlechte Zerlegung bricht alles Nachgelagerte | Schwerer nachzuvollziehen, aber kein Single Point of Failure |
| Koordination | Zentraler Planer weist Arbeit zu | Fähigkeits- und vertrauensgewichtetes Bidding + nur erweiterbares Blackboard |
| Konsens | Was auch immer der Koordinator entscheidet | Aussagen bestehen nur, wenn andere Agenten sie unabhängig voneinander zitieren |
Wichtigste Erkenntnis
“Konsens braucht keinen Richter, sondern eine Schwelle: Aussagen, die unabhängige Zitierungen erhalten, bestehen, der Rest verblasst still. Klare Verträge und ein sichtbarer Simulator beschleunigten sowohl die Umsetzung als auch die Reviews erheblich.”

Arbeiten Sie an etwas Ähnlichem? Ich übernehme ausgewählte Consulting- und Freelance-Projekte in den Bereichen Agentic AI, RAG-Systeme und LLM-Zuverlässigkeit.